SIEGESSÄULE und GEGENPOL präsentieren:

Trash-Mädchen

Die Teufelsberger mit ihrer Version von "Gries" in der Bar jeder Vernunft

Jetzt sind sie wieder auf Berlins edelster Kleinkunstbühne: Nachdem die Teufelsberger mit "Silvester 2000" vor ziemlich genau einem Jahr ihre Bar jeder Vernunft-Premiere bravourös absolviert hatten, verwandeln sie diesmal das Spiegelzelt in "Jutta's Inn" um dort Neuköllner Saturday Night Fever aufleben zu lassen. Ihre neue Show klingt nach vertrautem und liebgewonnenem Teufelberger-Trash – und doch ist diesmal nichts wie es einmal war: Hotte ist krank und so heißt der "Mann" der Comedy-Truppe diesmal "Herr Maus" (Stephan Bachtejeff). Ganz Berlin fragt sich nun besorgt: Wird Edith etwa fremdgehen? Auflösung ab 5. Dezember.

Teufelsberger: "Gries – Saturday Night Fever in Neukölln",
Uraufführung am 5.12. in der Bar jeder Vernunft (Schaperstr. 24, Wilmersdorf)
und dann jeden Freitag und Samstag jeweils ab 24 Uhr,
Einlass 23.30 Uhr,
Kartentel. 883 15 82,
Auf diesem Wege beste Genesungswünsche der ganzen Redaktion an Hotte.

Janine - die Penny-Kaiserin

Trash-Märchen

Die Neuköllner Oper präsentiert eine ungewöhnliche Sozialkomödie

Peter Lund, der Intendant der Neuköllner Oper, und sein Komponist Wolfgang Böhmer haben sich ein richtig romantischen Märchen ausgedacht und mit viel schwuler Ästhetik und bewährtem Neuköllner Trash (siehe oben auf der Seite) inszeniert: Janine, eine Penny-Kassiererin, will ein Kind. Doch das Projekt scheint gar nicht so einfach zu organisieren, denn der arbeitslose Freund sitzt zu Hause und die Mutter will vierhundert Mark Unterstützung, weil der kleine Bruder sonst auf den Strich geht. Trotzdem wird Janine schwanger. Der dramaturgisch ideale Zeitpunkt, um einen Märchenprinz auftauchen zu lassen. Das ist dann "Das Wunder von Neukölln".

"Das Wunder von Neukölln",
Sozialkomödie mit Musik von Peter Lund und Wolfgang Böhmer,
Voraufführungen: 2.-3.12.,
Premiere: 4.12.,
Spieltermine: 5.-6., 10.-13., 17.-20., 26.-27., 29.-31.12.,
jeweils um 20 Uhr,
Neuköllner Oper,
Karl-Marx-Str. 131-133,
Tel. 688 90 70

Walter und Walli Hiller

Walli Hiller, Rentnerin aus Ostberlin, wurde in diesem Oktober 100 Jahre alt. Die erste Hälfte ihres Lebens hat Walli Hiller als Mann gelebt. Er war Koch und Frontsoldat, Gastwirt und Ehemann, Fräser und Familienvater, bevor er sich mit 51 Jahren endlich traute, in der DDR-Öffentlichkeit Frauenkleider zu tragen und Walli Hiller zu sein. Die Münsteraner Ressigeurin Paula Artkamp kam durch eine taz-Reportage auf die Spur von Walter/Walli Hiller. Ihr Einpersonenstück, bei dem die Zuschauer bei Frau Hiller zum Abendessen zu Gast sind, entstand aus dem Textmaterial von mehreren Gesprächen, die sie mit Walli in Berlin führte. Es spielt Pitt Hartmann.

"Zu Gast bei W./W. Hiller"
vom 1.-8.12. jeweils um 20 Uhr
im Ballettsaal der sophiensaele,
Sophienstrasse 18, Mitte,
Tel. 283 52 66

Texte von Peter Polzer

Die schwullesbische Hauptstadt im Dezember