Wir können was verändern. Wir gehören zusammen.

Sicher, wir werden wieder etwas spenden.
Sicher, wir werden uns über die witzigen Werbeplakate, die bunten Gummis in Assoziation mit einem Regenbogen oder einer strahlenden Sonne freuen.
Doch wer ist die Deutsche AIDS-Hilfe? Was macht Sie? Wie ist der heutige Stand zum Thema HIV in der gesamten Welt?
Diese Fragen können die comicartigen Verhüterlis auf Plakaten, zum Beispiel an der Autobahnauffahrt, nicht klären. Wir versuchen, Euch im folgenden einen kleinen Einblick zu vermitteln.

Maik

Deutsche AIDS-Hilfe

Die diesjährige Kampagne zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember wendet sich vor allem an junge Menschen. Ihre Energie, ihr Idealismus und ihre Einsatzbereitschaft sollen mobilisiert werden, um der weiteren Ausbreitung von HIV-Infektionen entgegenzuarbeiten. Die Kampagne setzt sich dafür ein, die von HIV und AIDS betroffenen Jugendlichen zu unterstützen und die Achtung ihrer Menschenrechte zu fördern und zu schützen.Die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. ist der Dachverband für über 120 regionale AIDS-Hilfen. Sie unterstützt im Rahmen der Kampagne Welt-AIDS-Tag 1998 zwei Projekte mit jungen Frauen und Männern im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste und in Polen.

Daß die Probleme mit HIV und AIDS in den ärmeren Ländern völlig andere Dimensionen als bei uns annehmen, zeigt das Beispiel von Elfenbeinküste.

Situationsbericht

In diesem kleinen westafrikanischen Staat leben von 15 Millionen Einwohnern etwa 1,8 Millionen Menschen mit HIV und AIDS, das sind 12 Prozent der gesamten Bevölkerung. Das Land nimmt damit in Afrika einen traurigen ersten Platz ein. Seit Beginn der Epidemie im Jahr 1986 sind dort 32.000 Menschen an den Folgen von AIDS gestorben.

Besonders betroffen sind die sexuell aktiven jungen Menschen zwischen 20 und 40 Jahren. So sind beispielsweise 14 Prozent der werdenden Mütter infiziert; 1997 wurden an die 4.500 AIDS-Waisen gezählt.

Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise fehlt vielen Menschen mit HIV und AIDS die Möglichkeit, ihre Existenz zu sichern. Die Großfamilie kann ihre traditionelle Rolle, die schwächsten Mitglieder zu unterstützen, oftmals nicht mehr erfüllen.

Erschwerend kommt hinzu, daß HIV-infizierte Menschen auch in ihren Familien häufig auf Abweisung und Diskriminierung stoßen. Häufig werden Frauen, deren Männer an den Folgen von AIDS verstorben sind, verstoßen und ihrer Habe beraubt.

Etwa 80 Prozent der Infizierten haben keine eigenen Einkünfte und können nicht einmal das Lebensnotwendige beschaffen. Die meisten von ihnen sterben daher nicht an den Folgen ihrer Krankheit, sondern an Unterernährung.

Organisierte Hilfe

Verschiedene Organisationen und Projekte versuchen, den Betroffenen Hilfe und Unterstützung zu geben. Aber angesichts der katastrophalen Realität sind die Aktionen oftmals nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine lokale Vereinigung, die zum Teil von der DAH finanziell unterstützt wird, ist die 1994 von drei jungen HIV-positiven Menschen gegründete Association Lumière Action mit Sitz in Abidjan.

Das Hauptziel der Organisation ist, die Isolierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV und AIDS zu überwinden und eine Gesellschaft der solidarischen Unterstützung zu erwirken.

Die Arbeitsbereiche der Association sind Prävention (Aufklärung über die Übertragungswege), Unterstützung von Menschen mit HIV und AIDS und weiterhin Versorgung von AIDS-Waisen.

Um speziell den zweiten Arbeitsbereich zu beleuchten, ist die frühzeitig finanzielle Hilfe durch Lumière Action zu nennen, da den durch HIV und AIDS Betroffenen oftmals das Notwendigste zum Überleben fehlt.

Wichtig ist auch die psychosoziale Hilfeleistung. Lumière Action geht in die Familien, um dort ein Klima des Verstehens, der Annahme und der Unterstützung für Menschen mit HIV und AIDS zu erreichen.

Bei der Hilfe in der Lebensführung bekommen betroffene Menschen freiwillige HelferInnen, die den Haushalt führen, sich um die Kinder kümmern oder Gesellschaft leisten.

Trotz aller Präventionsmaßnahmen zeichnet sich nach wie vor keine Trendwende ab und nicht nur in Afrika breitet sich die Epidemie weiter rasant aus.

Prognosen

Täglich infizieren sich etwa 7.000 junge Menschen im Alter von 10 bis 24 Jahren mit dem HI-Virus, davon allein in Afrika jährlich 1,7 Millionen; in dieser Altersgruppe sind damit über die Hälfte aller Neuinfektionen zu verzeichnen. Bis zum Jahr 2020 muß man zudem mit über 40 Millionen AIDS-Waisen, Kindern, die - oftmals selbst infiziert -einen oder beide Elternteile durch AIDS verloren haben, in den 23 am stärksten betroffenen Ländern rechnen.

Spendenkonto der Deutschen AIDS-Hilfe: 220 220 220
Berliner Sparkasse BLZ 100 500 00
Stichwort: "Welt-AIDS-Tag 1998"

AIDS-Hilfe Dresden e.V.

Impulse für den Wandel

Die Aids-Hilfe Dresden e.V. möchte Euch zur Erstaufführung des von Schülern und Schülerinnen innerhalb eines Workshops zum Thema: Liebe und Sexualität, Lust und Spaß, aber auch Risiko und Gefahr, erarbeiteten Videoclip einladen.

Stattfinden wird die Aufführung am 1. Dezember 19.00 Uhr im Quasimodo (Kino des riesa efau) im Zusammenhang mit dem Beginn der Aktionswoche der Dresdner Aids-Hilfe zum Welt-Aids-Tag.

Weiterhin werden alle Filmfans vom 1. bis 6. Dezember herzlichst in die Schauburg und in das Quasimodo zu "Alive & Kicking", "Kids" und "Red Ribbon Blues" eingeladen. Einen Teil der dabei eingenommenen Eintrittsgelder werden an die Aids-Hilfe gespendet.

Auch aus diesem Grund hat die Aids-Hilfe Dresden e.V. Geschäfte, Hotels, und Apotheken in der Innenstadt (Prager Straße, Altmarkt) und der Neustadt geworben, die in der Zeit vom 16.11. bis 11.12. Red Ribbons gegen eine Spende an interessierte Kunden abgeben.

Die Aids-Hilfe verbindet mit der RED RIBBON-Kampagne natürlich auch den Wunsch, daß in der Zeit um den 1.12. möglichst viele Dresdner und Dresdnerinnen eine rote Schleife als Zeichen Ihrer Solidarität mit den Betroffenen tragen.

Red Ribbon

Die Rote Schleife

Eine kurze Entstehungsgeschichte

Im Frühjahr 1991 entwickelte die Künstlergruppe Visual AIDS in New York die Idee für ein weltweites Symbol im Kampf gegen AIDS, ein Symbol für Solidarität und Toleranz gegenüber den von der Gesellschaft oftmals ausgegrenzten Menschen mit HIV und AIDS. In Anlehnung an die gelben Schleifen, die damals in den USA als Zeichen des Gedenkens an die im Golfkrieg kämpfenden Soldaten noch sehr präsent waren, entstand die Rote Schleife – das RED RIBBON.

Nach ersten Aktionen in der New Yorker Kunstszene visierte "Visual AIDS" alsbald die Verleihung des Tony Award an. In einer Blitzaktion verschickten Freiwillige Briefe und RED RIBBONS an alle Teilnehmer. Der Schauspieler Jeremy Irons war leider einer der wenigen Künstler, die an diesem Abend mit der Roten Schleife erschienen. Über die Bedeutung des Symbols erfuhren die Leute damals nichts.

Inzwischen kennt fast jeder in den USA das RED RIBBON. Nach Europa kam es erstmal am Ostermontag 1992, als beim Freddy Mercury AIDS Awareness Tribute Konzert im Londoner Wembley-Stadion über 100.000 Rote Schleifen verteilt wurden. Das Konzert verfolgten eine Milliarde Menschen in über 70 Ländern.

1. Dezember - Welt-AIDS-Tag 1998