Alles neu bei der CheLSI

Was lange währt, wird endlich gut? Nachdem sich der Umzug der Chemnitzer Lesben- und Schwulen-Initiative, eigentlich für August/September avisiert, nun doch etwas länger hinausgezögert hatte als geplant, startet die CheLSI am 1. Oktober '98 in ihren neuen Räumen auf der Hainstraße 109 in Chemnitz mit ihrer Arbeit. Aber alles neu macht dabei der Herbst: Die CheLSI hat nicht nur die Räumlichkeiten gewechselt, es wurden auch die Öffnungszeiten und Termine der Angebote und Gruppen verändert und erweitert:

geöffnet Di/Do/Fr/So: 15-22 Uhr, Sa: 18-23 Uhr (Mo/Mi - geschlossen)
Gruppen:
Musikgruppe "Mindwave Project" - So 17-19 Uhr
Theatergruppe "Pierrot" - Do 17-19 Uhr
Selbstverteidigung "Strong Teens" - Di 18-19.30 Uhr
Gay & Gray? - So 19-23 Uhr
Mediengruppe "Gayneration X" - Fr 17-20 Uhr
Schwule Ausgehgruppe - Sa ab 20 Uhr
BIVA - So ab 19 Uhr

Ein Beratungstelefon ist Donnerstags von 11-13 Uhr für alle, für Frauen am Dienstag und für Männer am Samstag jeweils von 20-22 Uhr geschaltet. Damit der Spaß und die Stimmung nicht zu kurz kommen, wird es in den neuen CheLSI-Räumlichkeiten ebenfalls eine regelmäßige schwul-lesbische Party geben!

Und natürlich feiert CheLSI auch eine Einzugsfete im neuen Domizil. Diese wird am 07. November stattfinden und um 18 Uhr beginnen. Für Überraschungen ist gesorgt.

Die Telefonnummer der CheLSI hat sich im übrigen nicht geändert, Ihr könnt Euch weiterhin unter 0371-50094 über die unterschiedlichen Angebote des Vereins informieren und beraten lassen. Die CheLSI freut sich auf Euren Besuch!

CheLSI e.V.,
Chemnitzer Lesben- und Schwulen-Initiative e.V.,
Hainstraße 109,
09130 Chemnitz,
Tel.: 0371-90054.

Isolieren wir uns selbst?

Es geschehen wunderliche Dinge im Lande Sachsen, beobachtet sowohl im Parkhotel bei einer Gay Dance Party, sowie auch im Down Town bei Valentinos Wunderbar: eine Gruppe evident Heterosexueller betritt den Eingang und bittet um Einlaß. Dieser wird wegen offensichtlich falscher sexueller Orientierung verweigert, mit dem Hinweis, dies sei eine rein schwul-lesbische Party.

Klar gibt es die Meinung, "Heten hätten die 'ganze Welt' für sich, warum müssen sie dann noch auf schwul-lesbische Parties gehen?", für mich ist das allerdings etwas unverständlich.

Da gibt es Menschen, denen es ganz egal ist, mit wem sie Spaß haben, Hauptsache sie haben Spaß. Wenn diese jetzt meinen, sie hätten auf homosexuellen Parties mehr Spaß als auf "Heten-Parties", warum nicht? Ich halte ein gemeinsames Feiern für sehr begrüßenswert, da durch diese gemeinsamen Kontakte die Akzeptanz von Schwulen und Lesben größer wird und weil Heteros so die Möglichkeit haben, etwaige Vorurteile gegenüber uns abzubauen.

Auch hört man hin und wieder folgendes Argument: wenn "Heten" anwesend wären, käme man sich beobachtet vor und wäre in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Eine mögliche Theorie. Ich hingegen denke, daß jeder Hetero, der auf eine "Homo"-Party geht, ungefähr weis, worauf er sich einläßt. Auch, daß die Möglichkeit besteht, von jemandem des gleichen Geschlechts angebaggert zu werden. Es ist natürlich unschön für denjenigen, der gerade (vergeblich) versucht, sich einen Hetero anzulachen, aber auch bei einem Schwulen wird ein Flirterfolg ja auch nicht garantiert.

Gleiches gilt zur eingeschränkten Bewegungsfreiheit. Wer schon einmal einen ganzen Abend damit beschäftigt war, den penetrant gierigen Blicken eines unerwünscht aufdringlichen Verehrers auszuweichen, darf behaupten, daß er sich nicht mehr frei bewegen konnte. Die wenigsten Heterosexuellen gehen aber auf schwul-lesbische Parties, um sich wie im Zoo Schwule oder Lesben aus der Nähe anzusehen. Warum sollte man dann im Down Town oder Parkhotel also irgendeine Handlung unterlassen, die man bei Nichtanwesenheit Heterosexueller auch tun würde? Schließlich ist es ja gerade eine schwul-lesbische Party.

Einen ganz entscheidender Grund, warum Heterosexuelle von schwul-lesbischen Parties nicht ausgeschlossen werden sollten, ist der, daß seitens der schwul-lesbischen Bewegung Gleichberechtigung und Akzeptanz durch Heterosexuelle gefordert wird, und Schwule und Lesben sich daher ebenso tolerant verhalten sollten. Schließlich kann man schlecht glaubwürdig den Finger heben, wenn man selbst nicht besser ist; denn jede Art von Ausgrenzung, egal ob von innen oder außen, ist ein Hindernis auf dem Weg zur Gleichberechtigung lesbischer und schwuler Menschen.
Denkt doch mal darüber nach !

Felix

Fidus - Der Maler der Jugend

Fidus

Eine biographische Ausstellung über den Jugenstilkünstler Fidus zum 130. Geburtstag gibt's vom 8. bis 22. Oktober im Miguel's.

Am 8. Oktober 1868 wurde Hugo Höppener, der später unter seinem Künstlernamen Fidus eine Vorreiterrolle für den Jugendstil übernehmen sollte, geboren. Um die Fidus Jahrhundertwende war Fidus in Deutschland sehr populär; seine Grafiken prägten die Gestalt der Zeitschrift "Jugend" und "Sphinx". Seine Jünglingsgestalten zierten auch die erste deutsche Homosexuellen-Zeitschrift "Der Eigene". Zu seinem 130. Geburtstag zeigt das Kunstcafé Miguel's eine Ausstellung, die Leben und Werk von Fidus würdigt. Die Berliner Fidus-Forscherin Ute Wermer, wird die Ausstellung am 8. Oktober mit einem Vortrag eröffnen; am 13. Oktober stellt Christoph Münch Fidus im Umfeld des Berliner Musiklebens vor. Beide Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, allerdings wird eine Reservierung empfohlen.

Neues vom Bogenschützen ?!

Eigentlich gibt es die Tischtennisabteilung beim Dresdner schwul-lesbischen Sportverein "Der Bogenschütze" ja schon seit Beginn dieses Jahres. Anfangs war es zwar etwas schwierig, genügend Begeisterte zu finden, die den weiten Weg in die Gorbitzer Halle nicht scheuten. Doch schließlich machte es Spaß, man lernte Leute kennen und bewegte sich mal wieder ordentlich. Doch dann kam wie jedes Jahr die Sommerpause, da der Verein über die Schulferien nicht die gewohnten Sporthallen nutzen darf. Als es im September wieder losgehen sollte, hatte anscheinend gar keiner mehr Interesse.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle die Tischtennisgruppe in Erinnerung rufen: Wer Lust und Laune hat, bei den Bogenschützen Tischtennis zu spielen, der sollte doch einfach einmal mittwochs um 20.00 Uhr in der Sporthalle der 138. Mittelschule (Omsewitzer Ring 2. Dresden-Gorbitz) vorbeischauen. Mitzubringen sind Sportschuhe und - wer hat - eine eigene Kelle. Die übrige Ausrüstung ist vorhanden. Geplant ist weiterhin, daß die Bogenschützen ab November in einer anderen Halle auf besseren Platten spielen können als bisher.

Informationen bekommt Ihr bei Olaf unter Telefon 0351-490 73 24.

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