Grausamer Gummi:
Puppentheater in Freiberg

Ein heruntergekommenes Hotel mit dem vielsagenden Namen "Quickie", ein alternder schwuler Polizist, Stricher, Tunten und mittendrin zähnefletschende Kondom-des-Grauens-Puppen Präservative – das sind die Zutaten für Ralf Königs Kult-Comic "Kondom des Grauens".

Als Buch waren die gefräßigen Verhüterli erfolgreich, und so mußten wir die irrwitzige Geschichte im Kino über uns ergehen lassen. Es kam, wie es kommen mußte – der Streifen floppte. Weniger wegen der Story, wohl eher, weil die Handlung erstens nicht für die Leinwand geschrieben ist und zweitens amateurhaft umgesetzt wurde. Und jetzt kommt das "Kondom" als Puppenspiel nach Freiberg?!

Zugegeben, es ist schwer, sich die Geschichte um das herzhaft zubeißende Gummistückchen im "Kaspertheater" vorzustellen. Trotzdem – in Köln, Meiningen und sogar in Wien waren die Puppen bereits äußerst erfolgreich.

Die Vorstellung wird ausdrücklich nur für Erwachsene empfohlen, denn die Handlung hält sich eng an die deftige Vorlage von Ralf König. Über 20 Puppen, fast lebensgroß, spielen und tanzen, singen und vögeln (!) auf der Bühne. Frech und witzig, mit völlig überzeichneten Charakteren und viel Situationskomik dreht sich einen Abend lang alles um den "hygienischen Gummischutz" und diverse abgebissene Körperteile.

Und wenn Euch das "Kondom" zu heiß ist, Ihr aber trotzdem einmal ein Puppenspiel in Freiberg sehen wollt – am 16. Oktober läuft um 16:00 Uhr "Rotkäppchen" in der Familienvorstellung ...

Marco

"Kondom des Grauens –
die Puppenshow von Ralf König und Klaus Vincon"
Sonnabend, 24.10.1998 um 19:00 Uhr in Freiberg,
Mittelsächsisches Theater
Karten unter 03731 / 358234

In den Tharandter Wald

Auch im Oktober hat Jochen eine neue Wanderung für Euch vorbereitet. Diesmal führt die Tour allerdings nicht in die Sächsische Schweiz, sondern in den Tharandter Wald. Die Wegstrecke führt Euch diesmal von Tharandt durch das Tal der Wilden Weißeritz - Seerenteich - Warnsdorfer Quelle zurück nach Tharandt. Wanderlustige treffen sich am Samstag, den 10. Oktober 98, um 9.45 Uhr wie immer auf dem Dresdner Hauptbahnhof unter der großen Anzeigetafel. Und bitte vergeßt vorher nicht, ein gültiges S-Bahnticket bis Tharandt (und zurück) zu kaufen.

Cruising - Auf Dein eigenes Risiko

Aus verläßlicher Quelle wurde die Redaktion informiert, daß es im Cruising-Gebiet Dresden-Mitte zwischen Schweriner Straße und Löbtauer Straße (Nähe Bahnhof Dresden-Mitte) in letzter Zeit vermehrt zu Übergriffen auf Schwule gekommen sei. Neben dieser Warnung möchten wir Euch nochmals nachdrücklich dazu auffordern, derartige Übergriffe (egal ob beim Cruising oder anderswo) bei der Polizei anzuzeigen. Dort werdet Ihr sicherlich einen kompetenten Ansprechpartner finden, z.B. den Kontaktbeauftragten für Schwule und Lesben im Polizeipräsidium Dresden - Herrn Fleischer, den Ihr unter folgender Telefonnummer erreichen könnt: 0351-483 20 30. Wer dabei Hilfe benötigt, kann sich zunächst einmal an den Gerede e.V. wenden und sich dort über seine Möglichkeiten und Rechte informieren lassen.

An dieser Stelle möchten wir Euch bitten, uns Eure Cruising-Erfahrungen mitzuteilen: Wo sind in Sachsen die "sicheren" oder die "gefährlichen" Cruising-Plätze? Habt Ihr selbst schon einmal Übergriffe erlebt, wie habt Ihr Euch dabei verhalten? Wurde Anzeige erstattet und wie war Eure Erfahrung mit der Polizei bei der Anzeige? Schreibt Eure Meinung und diesbezüglichen Erfahrungen mit Gewalt gegen Schwule und Lesben an die Gegenpol-Redaktion, alle Zuschriften werden selbstverständlich (auf Wunsch) anonym behandelt.

Leben durch AIDS

Am 28. Oktober lädt die AIDS-Hilfe Leipzig zu einer besonderen Veranstaltung ein, die den Titel trägt: "Gott hebe ich mir für die Krise auf..." Pastor Rainer Jarchow, Deutschlands erster "AIDS-Pastor", der durch die kirchliche Segnung von zwei Homosexuellen eine heftige Diskussion und Kontroverse in seiner Kirche ausgelöst hat, wird ab 20 Uhr in den Räumen der AIDS-Hilfe Leipzig über die kirchliche AIDS-Arbeit in Hamburg berichten. Er äußert sich zu Fragen des Glaubens und der Sexualität, zu neuen Lebensformen, dem Sterben und Tod. Offen schildert er auch seine Kontakte zu AIDS-Kranken und deren Angehörigen und wendet sich dabei auch gegen Doppelmoral und Scheinheiligkeit der Kirchen.

"Gott hebe ich mir für die Krise auf...",
Gesprächsrunde mit Pastor Rainer Jarchow,
am 28. Oktober 1998, 20 Uhr,
AIDS-Hilfe Leipzig.

Gesucht wird: ein Bett(en) in Dresden

Seit gut einem Jahr gibt es in Berlin die Enjoy Bed & Breakfast Bettenbörse. Mittlerweile werden ca. 280 Betten nicht nur dort, sondern auch in München, Köln, Hamburg, Hannover, Frankfurt, Leipzig und New York angeboten. Über eine Ausweitung auf Weltstädte wie zum Beispiel London, Paris, Amsterdam oder Sydney wird bereits nachgedacht. Fest steht auf jeden Fall, daß es auch für Dresden eine Nachfrage nach Betten gibt.

Wer Interesse hat, Bett oder Zimmer in Dresden vermitteln zu lassen, sollte Kontakt mit der Enjoy Bed & Breakfast Privatzimmervermittlung; c/o Mann-O-Meter; Motzstr. 5, 10777 Berlin aufnehmen.

Lügen haben kurze Beine
Schwule und Lesben fragten - Politiker antworteten

CDU-Logo

Ein Kommentar zur Veranstaltung "... auf den Punkt gebracht: Was tut Ihr für Lesben und Schwule?" am 9. September 1998 in der RosaLinde Leipzig.

Die RosaLinde rief rechtzeitig vor der Bundestagswahl am 9. September zum politischen Stelldichein nach Leipzig und alle kamen. Alle, bis auf die CDU. Für die Christdemokraten war der Termin einfach zu kurzfristig, obwohl man ihn seit über zwei Wochen kannte. Aber was sind zwei Wochen im "heißen Wahlkampf"? Offensichtlich einfach nicht genug. Nicht einmal genug, um zumindest vor der Veranstaltung abzusagen. Nein, es reichte gerade mal für einen Anruf kurz nach Beginn der Sitzung, in dem man mitteilte, daß man gern teilgenommen hätte, wenn da der fürchterliche Zeitdruck nicht wäre.

Nun gibt es ja wenige Schwule und Lesben, die überhaupt kein Denkvermögen haben. Diese hätten die fadenscheinige Begründung wahrscheinlich hingenommen, ja sogar Mitleid gehabt für die Spitzenpolitiker der CDU. Die Armen versuchen überall zu sein und jeden die ehrenvollen Ziele wissen zu lassen. Aber müssen es denn jetzt auch noch Schwule und Lesben sein? Die politische Orientierung der CDU ist zwar für alles und jeden offen, aber eben nur theoretisch. Für die Damen und Herren in Schwarz genügt es zu wissen, daß es homosexuelle Menschen gibt, aber damit muß man ja nicht auch noch prahlen. "Probleme" über die, oder mit denen man nicht spricht, existieren nicht. Und überhaupt, wer weiß, was die RosaLinde vielleicht für ein Lokal ist?! So ein typisches Schwulenlokal, wo man sich nicht hinsetzen mag, weil man sich sonst auch das "Schwule" holen könnte. Oder man sieht die Gesprächspartner nicht, weil es so dunkel ist. Wahrscheinlich hat sich Herr Dr. Joachim Schmidt, Direktkandidat der CDU aus Leipzig, nur gedacht, daß ihm jemand auf den Hintern klopfen könnte. Aber gibt es eigentlich attraktive Politiker außer Guido Westerwelle??? Nein, es ist bei dieser Unsicherheit schon besser, sich einer Ausrede zu bedienen und nicht zu erscheinen. Die paar Schwulen und Lesben haben sowieso keine Stimmlast. Da kann man sich schon mal herausreden.

Aber, lieber Dr. Schmidt, falsch gedacht! Wir sind mehr als Sie denken und Lügen haben kurze Beine, auch wenn das in der CDU niemanden stört, weil die eine Hälfte die Beine wegen der Körperfülle nicht mehr sieht und die andere selbige nicht mehr bewegen können. Lügen erkennen wir, wo wir Sie finden. Sie sollten nur darauf achten, daß bei so offensichtlichen Ausflüchten keine Körperteile zu wachsen beginnen. Sollte dem so sein, Herr Dr. Schmidt, rufen Sie mich an!
Dann wähle ich Sie und lüge mit Ihnen.

Danny

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