Heißer Herbst

Der Sommer geht zu Ende, was allerdings noch nicht das Ende der heißen Parties in der Easy Schorre bedeuten muß. So findet am 11. Oktober die Mister GoGo-Dance-Party statt. Hier wird der amtierende deutsche Meister der GoGo-Tänzer zu sehen sein. Außerdem soll der geilste GoGo-Tänzer unter den Gästen gekürt werden. Jeder Teilnehmer erhält ein kleines Präsent, dem Gewinner erwartet u.a. eine Jahresfreikarte für die Gay-Disco.

Zwei Wochen später, am 25. Oktober, findet dann die Herbst-Gayparty statt. Zu den Überraschungen des Abends gehört der Kautschuktänzer Lars Howe aus Berlin. Neben einer Herbstcocktailbar wird auch das Leipziger Reisebüro "anders reisen" im Foyer sein Winterprogramm vorstellen.

Liebesbriefe
Das tränenreiche "Meer der Sehnsucht"

Buch Meer der Sehnsucht

Der noch junge Buchverlag "taormina" aus Koblenz ist in diesem Jahr durch mehrere interessante Editionen aufgefallen. Neben dem Bildband von TeeJott, dem noch in diesem Jahr eine Fortsetzung mit Berliner Jungs folgen wird, haben wir im Sommer das kultverdächtige Kinderbuch "Eberhard, die schwule Sau" vorgestellt. Nun ist ein weiterer Band im Hause "taormina" erschienen, der erste schwule Roman aus diesem Verlag.

"Meer der Sehnsucht" ist eine authentische Geschichte, erzählt von einem 27-jährigen Architekturstudenten, der sich in diesem Buch Benjamin Thomas - kurz Benji - nennt. Doch Benjis "Autobiographie" ist nicht einfach ein erzählter Roman, sondern viel mehr ein sehr, sehr langer Liebesbrief an seinen Ex-Freund Christoph, von dem er sich gerade getrennt hatte. Seitensprünge tun eben weh, insbesondere weil Benji seinen Christoph noch immer liebt. Ihm (und eigentlich nicht dem Leser) erzählt Benji aus seinem Leben: die Kindheit in einer Problem-Familie, das Coming Out, One Night Stands und seine großen und kleinen Lieben. Da sind André, der reifere Sänger, der junge Engländer Geoffrey und Marvin, Andrew, Ingo, Jörg, Uwe, Ralph und Marc, den Benji wirklich geliebt hat. Doch die Namen sind Schall und Rauch, was bleibt ist seine Sehnsucht nach Liebe. Und gerade von dieser Liebe fühlt sich Benji enttäuscht. Keiner konnte treu sein, auch Christoph nicht. Benji schreibt sich ein wenig Freude und noch viel mehr Leid von der Seele; dabei fallen natürlich auch Schuldzuweisungen, wie sie wohl jeder schon einmal in Briefen von enttäuschten Verlassenen lesen konnte: Sätze, die mit "Du hast ..." beginnen. Eine "Liebes-Kummerade" und man ist geneigt, Benji zuzurufen, daß sich Liebeskummer nicht lohnt...

Eigentlich ist "Meer der Sehnsucht" ein durchaus gelungenes Erstlingswerk des Autors, der damit (nach eigenen Angaben) eine Menge Gefühlsmüll entsorgt hat, um Platz zu schaffen für neue Gefühle und neue Menschen. Benjamin Thomas hat das Buch aus "dem Bauch heraus" geschrieben, ohne größere Gedanken an Schreibstil oder Reihenfolge zu verschwenden. Deshalb mag man dem Autor auch einige Sprünge in Handlungsorten und -zeiten verzeihen, und auch, daß er den begonnenen Briefstil nicht konsequent beibehalten hat. Liebesbriefe sind nun mal nicht geordnet und genormt. Doch manchmal werden dem Leser Kummer und wieder und wiederkehrende Schuldzuweisungen einfach zu viel. Man fühlt sich vielleicht zu sehr daran erinnert...

D.D./Myrko

Benjamin Thomas,
Meer der Sehnsucht,
taormina verlag, Koblenz,
180 Seiten,
ISBN 3-932657-01-2,
24,80 DM

Von diesem Buch hat uns der Verlag 5 Exemplare zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Wenn Ihr eines davon gewinnen wollt, schreibt eine Postkarte mit dem Kennwort "taormina" an den GEGENPOL, PF 100 408, 01074 Dresden. Einsendeschluß ist der 23. Oktober 1998.

Zum Leserinbrief von Sylvia im Gegenpol 09/98

bezüglich der Vergabe des Wohnberechtigungsschein (WBS) nimmt der Dresdner Beauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensweisen Peters Jürgens Stellung:

"Fange ich mal mit dem Ende an: 'Ich jedenfalls verstehe unter Gleichstellung mehr.' selbst nach längerem Grübeln und mit bestem Willen vermag ich diesem Statement keinen Sinn abzugewinnen. Die Qualität einer Gleichstellung läßt sich meines Erachtens nur dann einschätzen, wenn man die Situation derer, mit denen man gleichgestellt sein möchte, in diesem Falle nicht-verheirateten Heterosexuellen, berücksichtigt wird.

Dazu läßt sich sagen, daß das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung bei der Vergabe von Wohnberechtigungsscheinen keine Rolle spielt, anders: Lesben und Schwule, die einen gemeinsamen auf Dauer angelegten Haushalt nachzuweisen haben, sind in der gleichen Situation wie zwei nicht-verheiratet Heterosexuelle, anders: Homosexuelle und Heterosexuelle sind in diesem Punkt vollkommen gleichgestellt.

Sylvias Brief zeugt außerdem von ihrer Unkenntnis der sozialen, und damit der Grundidee des WBS: der WBS ist keine Belohnung für eine wie auch immer geartete Leistung, beispielsweise, so Sylvia, für einen bereits bestehenden gemeinsamen Haushalt, er ist auch nicht für sozial Stärkere gedacht, sondern gerade im Gegenteil: jemand, der den WBS nötig hat, d.h. dessen Verdienst gering genug ist, bekommt den WBS, anders: wenig genug im Geldbeutel zu haben ist die zwingendste Voraussetzung für den WBS!

Daß mit dieser Regelung nicht die Probleme der Welt gelöst sind, d.h. es weiterhin Obdachlosigkeit, unangenehme Vermieter und Eltern, aber auch Umweltverschmutzung, wachsende Verelendung usw. gibt, will ich nicht in Abrede stellen; Maßnahmen dagegen im Wohnungsamt der Stadt Dresden zu fordern, erschien uns unangemessen und maßlos.

Wie ist die Situation derer einzuschätzen, die einen gemeinsamen auf Dauer angelegten Haushalt nachzuweisen haben? Noch einmal: es geht jetzt um ein Problem jenseits von Gleichstellung. Hierzu zitiere ich aus der Regelung, die bedauerlicherweise an entscheidender Stelle nicht vollständig im Gegenpol abgedruckt wurde 'Die Ausstellung eines WBS an unverheiratete Personen (gleich welchen Geschlechts) kann erfolgen, wenn sie glaubhaft machen, daß ihr bereits bestehender Haushalt auf Dauer angelegt ist; es ist hierbei für alle Beteiligten ratsam, in der Wohnung des jeweiligen Lebenspartners bzw. der Lebenspartnerin gemeldet zu sein.' Ich denke, es ist deutlich geworden, wie sich ein bereits bestehender Haushalt beispielsweise nachweisen läßt.

Ich verstehe unter LeserInnenbriefen mehr !

Peter Jürgens - Beauftragter für gleichgeschlechtliche Lebensweisen"

Immer wieder sonntags

Der Club "inteam" auf der Franz-Liszt-Straße 13 in Dresden (Nähe Wasaplatz) hat demnächst auch am Sonntag geöffnet.

Kaffee und Kuchen zum günstigen Preis gibt's ab Sonntag, den 27. September ab 15 Uhr im "inteam - Sonntagscafé" - und danach immer wieder sonntags im Club.

Die Termine für die Disko-Veranstaltungen im "inteam" bleiben unverändert am Freitag und Sonnabend von 20 bis 4 Uhr.

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