Gewalt gegen Schwule

Die Diskriminierung von Lesben und Schwulen hat viele Formen in allen Gebieten des menschlichen Zusammenlebens. Das reicht von abfälligen Bemerkungen am Arbeitsplatz oder verbalen Attacken gegen Homosexuelle in der Öffentlichkeit über Benachteiligungen im rechtlichen und gesellschaftlichen Bereich bis hin zu ernsthafter körperlicher Gewalt! Die interner Link Ergebnisse unserer Fragebogenaktion vom Dezember 1998 zeigten hier ebenfalls ein deutliches Bild: immerhin 47 Prozent der Leser und Leserinnen gaben an, daß sie sich schon einmal diskriminiert gefühlt haben. Die allgemeine Situation von Lesben und Schwulen wurde von 20 Prozent als schlecht oder absolut schlecht bewertet, die rechtliche Situation sogar von 50 Prozent!

Die meisten Fälle von Diskriminierung, insbesondere von Gewalt gegenüber Homosexuellen, werden jedoch immer noch verschwiegen und Informationen darüber gelangen nur selten an die Öffentlichkeit. Das hat verschiedene Gründe: zum einen befürchten viele Schwule oder Lesben, ihre (durchaus komfortable) Anonymität zu verlieren und dadurch quasi ein öffentliches Zwangsouting zu erleben. Zum anderen erscheint für manche eine Anzeige bei der Polizei wie eine zweite Demütigung - ein ungläubiges, spöttisches Grinsen, ein zweideutiges Wort von einem Beamten ist bei einer Anzeige einer antischwulen Gewaltaktion eben nicht gerade hilfreich. Gerade deswegen ist es erstaunlich und richtig, daß ein junger Schwuler aus Dresden eine offensivere Art gewählt hat. Er hat seinen Fall angezeigt und geht damit an die Öffentlichkeit, um zu zeigen, daß das Thema Gewalt gegenüber Homosexuellen immer noch aktuell ist.

Toleranz in Sachsen?