Rosenstolz ... ist wahrscheinlich die beste Bezeichnung für das, womit Rosenstolz seit acht Jahren die deutsche Musikszene bereichern. Eine neue (große) Prise davon liefern sie Ende April mit ihrem aktuellen Album "Zucker" in die Plattenläden.

Zwischen melancholisch-leise und schrillschräg-frivol lassen die beiden auf der CD keine Stimmung aus. Dabei nehmen sie ihren Stil der vergangenen Jahre auf, ohne sich jedoch zu kopieren. Die Platte ist zwar typisch Rosenstolz, aber das Gefühl beim ersten Hören ist anders als noch bei "Die Schlampen sind müde". In den vielen ruhigen Titeln, wie "Perlentaucher", "Nackt" und "Ein anderes Gefühl von Schmerz" läßt die instrumentale Begleitung Platz für AnNas Stimme, Platz für die sehnsuchtsvollen und manchmal auch traurigen Texte.

Völlig anders dagegen "Schiess mich jetzt ab". Dieser Titel, der erstmals auf der Tournee im letzten Jahr zu hören war, steht ganz in der Tradition vom "Schlampenfieber". Noch etwas schriller, lauter und natürlich mit einer gehörigen Portion Erotik. Auch wenn sich viele KünstlerInnen gern mit dem Image einer "bitch" umgeben - bei "Schiess mich jetzt ab" gibt es keinen Zweifel, daß die einzig wahre "Schlampe" AnNa heißt...

Und Peter? Die "männliche" Hälfte von Rosenstolz gibt sich diesmal mit kräftiger Stimme ungewohnt herb. Sein kultverdächtiges "Ich und mein Prinz" ist jedenfalls eine gelungene Überraschung und kann sich gut gegen die weibliche Stimmgewalt auf dem Rest der Platte durchsetzen.

Insgesamt ist "Zucker" ein in sich stimmiges, direktes und unbedingt hörenswertes Album, auch wenn einer der Titel "Das Ende meiner Karriere" heißt - aber an ein solches denken Rosenstolz noch lange nicht...

Anmerkung vom Webmaster: Auf der Rosenstolz-Homepage gibt es eine Hörprobe aus der Single "Perlentaucher".

Rosenstolz - Glamouröser Mondänpop