Mit Gegenpol in den Urlaub

Es gibt Tage im Jahr, da frustriert die deutsche Tristesse mit ihrem grauen Wetter und dem nörgelnden Chef mehr als sonst. Häufen sich diese Tage, wissen wir, es ist Zeit für Urlaub.

Doch für die meisten beginnt genau in diesem Moment erst der Ärger.

WANN, WOHIN, MIT WEM und WIE LANGE, um nur einige der elementarsten Fragen zu nennen.

Wenngleich wir nicht sagen können, mit wem ihr in den Urlaub fahren solltet, versuchen wir Euch einige Ziele schmackhaft zu machen, an denen Ihr Euch auf keinen Fall fühlen werdet wie zu Hause...

Danny

Kenia

Das Safariland am Äquator ist nun nicht gerade ein schwulentypisches Reiseziel. Aber warum sollte man Safari in Kenia sich nicht mal auf ein Abenteuer mit der Natur einlassen. Eine Safari im subtropischen Klima Kenias bietet dazu exzellente Möglichkeiten, schließlich sind in den Nationalparks noch einmalige exotische Tiere zu erleben. Safari bedeutet übrigens nicht Jagd sondern Foto- und Erlebnisreise. An der Küste ist es außerhalb der Regenzeit tropisch warm, auch die Wassertemperaturen können fast mit der heimischen Badewanne mithalten.

Für Kenia ist kein Visum erforderlich, spezielle Impfungen sind nicht vorgeschrieben, eine medikamentöse Malariaprophylaxe wird aber dringend empfohlen (Beratung beim Hausarzt).

Einige Veranstalter, so beispielsweise felix Safaris in Leipzig, der unter anderem in Kenia eine eigene Safari-Lodge betreibt, bietet auch Gruppenreisen speziell für schwule Touristen an. Ausführliches Informationsmaterial gibt's im Reisebüro, z.B. bei felix Safaris Leipzig unter 0341-4419324.

Gran Canaria

Die Dünen zwischen Playa del Ingles und Maspalomas sind wohl einschlägig bekannt. Wer dann noch das Gran Canaria Buch "Elvira auf Gran Canaria" gelesen hat, ist bestens über Szene und den Ablauf eines Urlaubs auf dieser Insel informiert.

Es gibt 4 reine Gay-Anlagen auf Gran Canaria.

Villas Blanca's, im Campo International gelegen, ist die bekannteste Anlage. Gleich in der Nähe liegen auch die Beach Boys Bungalows (ehem. Los Robles). Im Campo Sonnenland (und damit leider etwas weiter weg vom Strand) liegt die Anlage Vista Bonita. Die neueste Szene-Unterkunft liegt kurz vor Playa del Ingles in San Agustin. Die Pasion Tropical ist die einzige Anlage, die im Preis auch ein Frühstück anbietet und nur 20 Meter vom Strand entfernt liegt. Die Bungalows haben zwei Stockwerke und bieten viel Platz.

Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch einige gay-freundliche Hotels und Anlagen.

Nachts trifft man sich im Centro Commercial Jumbo (Jumbo Center). Hier findet Ihr Discos, Cafés, Kneipen (zum Teil mit Darkroom) und Restaurants.

Ibiza

Auch diese Balearen-Insel hat für uns Schwule einen ganz besonderen Reiz. Es gibt einige einschlägige kleine Hotels und etliche sehr gay-freundliche Anlagen. Im Hotel Cenit steigt man zum Beispiel gern ab, obwohl es "nur" schwulenfreundlich ist. Wenn man allerdings Pech hat, ist hier auch gerade ein Kegelverein oder Fußballclub auf "Sauftour".

Leider sind auf Ibiza die Nebenkosten recht hoch.

Ibiza

Amsterdam

Gracht in Amsterdam

Ein absolutes Muß für jeden Freund der Leder- und SM-Szene. Es gibt sehr viele Kneipen, Shops und Clubs, die man einfach gesehen haben muß. Die vielen Gay-Hotels, deren Preise manchmal etwas höher als üblich sind, sind zum Teil komplett für diverse Spiele und Touren eingerichtet. Wer auf diese Sachen verzichten kann, ist in den schwulenfreundlichen Hotels ebenfalls sehr gut und dazu noch etwas günstiger aufgehoben.

Thailand

Die diversen Clubs und Kneipen in Pattaya und Phuket (hier vor allem Patong Beach) lassen sich kaum noch aufzählen. In Bangkok gibt es sogar einen Bärenclub. Neben einer rein schwulen Anlage finden sich auch genügend wirklich gay-freundliche Hotels. Gute 4-Sterne-Unterkünfte fangen bei circa 30 Mark (!) pro Person und Nacht an.

Einen besonderen Reiz hat die Insel Koh Samui, die mit ihren traumhaften Stränden zum Baden einlädt. Auch hier gibt es einige "aufgeschlossene" Hoteliers.

Thailand ist auch ein Paradies für Transvestiten und Transsexuelle, die man dort "Lady Men" nennt.

San Francisco

Das Mekka einer jeden anständigen Schwester. Die Szene konzentriert sich hier auf zwei Gebiete: South of Market und Hayes Valley / Polk. Die Kneipen in diesen Gebieten lassen sich kaum noch zählen. Am besten besorgt man sich in der ersten Bar eine der neuen Zeitungen und informiert sich, wo was wann los ist. Auch hier gibt es etliche einschlägige Hotels, aber auch genau so viele gay-freundliche Unterkünfte. Liebhaber der Leder- und SM-Szene sind in dieser Stadt mit Sicherheit gut aufgehoben.

Down Town San Francisco
Down Town San Francisco

Florida

Fort Lauderdale, Miami Beach, Orlando und natürlich Key West sind die absoluten schwulen Highlights von Florida.

In Fort Lauderdale ist ein Besuch im Chaps, Eagle oder Ramrod ein absolutes Muß. Besonders der Shop im Ramrod ist erwähnenswert, man erhält hier Lederzubehör und diverse andere Spielsachen zu besonders attraktiven Preisen. Bei den Ledersachen kann direkt Maß genommen und anprobiert werden. Auch das Barpersonal ist nicht ohne. "Bärenliebhaber" kommen im Ramrod voll auf ihre Kosten. Das Chaps hat die größte Cruising- und Darkarea in Fort Lauderdale. (Liebhaber von Gelb sind hier gut aufgehoben.) Allerdings ist auch am Wochenende bereits gegen 2 Uhr morgens Schluß. Nur das Eagle hat etwas länger geöffnet. Es gibt auch einen sehr Vergnügungspark in Florida interessanten schwulen Strandabschnitt in einem Naturpark.

Die Szene in Orlando ist recht schnellebig, so kann es vorkommen, daß die eine oder andere Kneipe aus dem Guide schon gar nicht mehr existiert. Besonders erwähnenswert ist der Komplex des Parliament House's. Hier wird fast nur gecruist. Auch die angeschlossene Kneipe und Disco ist okay. Nur ein paar Häuser weiter befindet sich die "500", eine gemütliche Leder- und Jeanskneipe mit Garten.

In Miami ist vor allem der Art-Deco-District von Miami Beach sehenswert. Tagsüber laden zwei Strandabschnitte zum Sonnenbaden, Schwimmen und vor allem zum Kontakteknüpfen ein. Die Jungs hier verraten Euch gern, wo man(n) sich abends trifft.

Sitges (Festland Spanien)

In diesem Badestädtchen gibt es etliche Gay-Kneipen,

Hotel Sitges Park
Hotel Sitges Park

die Szene ist überschaubar und angenehm.

Unterkunft findet man zum Beispiel in einer der reinen Gay-Anlagen, die vor allem in alten Stadtvillen untergebracht sind. Leider haben aber dort die Zimmer zum Teil nur Etagendusche. Als Ausweichmöglichkeit bieten sich mehrere wirklich gay-freundliche Hotels an, die über jeden Komfort verfügen. Das bekannteste dürfte wohl das Hotel Sitges Park sein, dessen Turm man immer wieder auf Bildern der Stadt sieht.

Bedingt durch die gute S-Bahn-Verbindung nach Barcelona (Fahrzeit 30 Minuten) kann man hier zwei Szenen mit einer Klappe schlagen. In Barcelona locken etliche tolle Leder- und Jeanskneipen zum Besuch.

Verlosung

Preiswertere Ostern in Belgien

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Reif für die Insel