Eröffnungsveranstaltung in der Scheune

Wie dem langjährig erfahrenen CSD-Besucher sicherlich klar war, wurde die Eröffnungsveranstaltung im Herzen der Neustadt (Scheune) mit einem doch eher lesbisch ausgerichteten Programm gefeiert. Das war keine Kritik, sondern eher eine Bestätigung an die ach so gekränkten "House-Boys", die an diesem Abend sehr früh etwas erzürnt den Nachhauseweg oder die Flucht in eine schicke Cocktailbar vorzogen.

Die Kirschblüten Die zurückgebliebenen Gäste konnten sich über ein im Vergleich zum Auftritt bei den letzten Herbst-Gaylüsten in Leipzig besseren und vor allem lustigerem Chorprogramm der Leipziger "Kirschblüten" erfreuen. Nach der vom Publikum eingeforderten Zugabe leitete die Moderatorin Ovo Maltine über zur weiterhin handgemachten Musik (Saxophon, Schlagzeug, Klavier, Bass-Gitarre) von "Frau O aus B". Frau Ovo war anfangs sichtlich entgeistert von dem nur mäßig gefüllten Saal.

Die Frauenband aus Berlin brachte nach kurzer Umbau- und Einstimmungspause mit ihrem Programm den allgemeinen Streß des Freitags und der Woche definitiv aus den Köpfen der Gäste. Super nette, handgemachte Musik, eigene Songs und Instrumental-Stücke, aber auch bekannte und sehr gut gelungene Coverversionen – wie zum Beispiel "History Repeating" von Shirley Bassey – verbreiteten richtig gemütliches Kneipen-Feeling in der Scheune. Frau O aus B Selbst die Bar, die wieder mit ihren aus früheren CSD-Parties und den Themenparties von tiefblau Events bekannten und fast zum Kult gewordenen Wartezeiten auftrumpfte, konnte nicht wirklich zur Verärgerung führen. (Oder doch ?)

Aufwachen war dann angesagt bei den vier Jungs aus Hamburg, die unter dem Namen "Zucker" sicherlich alles andere erwarten ließen, als dann auf der Bühne erschallte!!! Sie legten sich mit ihren drei E-Gitarren dermaßen ins Zeug, daß sich spätestens hier das Publikum in die zwei Parteien der Begeisterten und Empörten spaltete. Wobei der größere Teil der letzten Gruppe angehörte und mindestens in den Barvorraum flüchtete.

Zucker Insgesamt war dieses kontrastreiche Programm aber ein guter Start in den CSD, über das sicherlich noch oft diskutiert werden wird. Die Veranstalter haben schlicht und ergreifend (bis auf den Programmpunkt "Kirschblüten") die BesucherInnen ins kalte Wasser gestoßen. Es war vorher nicht konkret zu erfahren, in welchem musikalischen Rahmen die Veranstaltung ablaufen wird. Wem es gefiel, blieb, wem nicht – der hatte vergebens gezahlt. Außerdem waren die Programmpunkte viel zu lang, so daß erst gegen zwei Uhr DJane Lady Sunshine Gelegenheit bekam, ihre Musik aufzulegen.

Am offensichtlichen Informationsmangel werden leider auch die nächsten CSD-Veranstaltungen zu knabbern haben, denn bekanntlich sind Menschen "Gewohnheitstiere". Es ist zu erwarten, daß viele Gäste nächstes Jahr aus Prinzip schon nicht mehr zur Eröffnung kommen werden. Generell wäre es wünschenswert, kleinere Programme mit speziellerem Inhalt anzubieten, so daß sich jede/r ihr/sein eigenes CSD-Programm zusammenstellen kann.

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