Juli 2009

40 Jahre Pride

Die CSD-Saison ist wieder in vollem Gange und geliebt, gelacht und demonstriert wird in Ostdeutschland in diesem Jahr in mehr Städten als jemals zuvor - unter verschiedenen Namen zwar, doch im gesamten Farbspektrum des Regenbogens - wahlweise in Federn und Pailetten, Gummi- oder Lederoutfits, Jeans und Turnschuhen oder polarisierend unbekleidet. Was vor vierzig Jahren in der New Yorker Christopher Street mit einem Aufstand gegen gewaltsame Polizeirazzien in Schwulenbars seinen Anfang nahm, hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer weltweiten Demonstration schwul-lesbischen Selbstbewusstseins entwickelt.

Nachdem die bunte Jahreszeit hierzulande lange Zeit von Juni bis August dauerte, wobei alle deutschen CSD-Veranstaltungen zeitversetzt stattfanden, tobt das bunte Treiben inzwischen fast ein halbes Jahr lang und es kommt aufgrund der Anzahl der Veranstaltungen zwangsläufig zu Überschneidungen, wie diesmal bei Erfurt und Madeburg, beide am 22. August.

Nach dem Startschuss im April mit Veranstaltungen wie dem "Queensday" in Potsdam sowie dem CSD Cottbus im Rahmen des CSD Brandenburg zogen im Juni Dresden und Berlin nach. In letzterer Stadt fand mit dem "Transgenialen" oder "Kreuzberger CSD" auch wieder parallel ein alternativer Umzug statt, der sich als unkommerzielles, politisches Gegengewicht zum traditionellen CSD sieht, bei welchem Party und Lebensfreude im Vordergrund stehen.

Dennoch heißen die Umzüge im englischsprachigen Raum nicht umsonst "Gay Pride", es darf also auch gezeigt werden, dass man seinen Körper liebt und die Freiheit genießt, sofern man nicht vergisst, wie lange diese Freiheit erkämpft werden musste und dass sie in vielen Teilen der Welt noch lange nicht selbstverständlich ist. Auch das traditionelle Schwullesbische Straßenfest in Berlin-Schöneberg zog wieder zahlreiche Teilnehmer und Schaulustige in den wärmsten Kiez im Westteil der Metropole.

In diesem Monat ist neben Leipzig und Schwerin auch Rostock an der Reihe, wo bereits im letzten Jahr schweißtreibend demonstriert wurde, dass es seinen guten Grund hat, direkt am Meer zu liegen. Im kommenden Heft könnt Ihr Euch schon mal auf einen Bericht aus der Hansestadt freuen.

Neben allem Spaß sollte aber nicht vergessen werden, dass auch die einen oder anderen Kinder zum Winken am Straßenrand stehen, also bleibt anständig!

Schönes Wetter und gute Laune wünscht

Martin

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