Februar 2009

Hallo Ihr Lieben,

wie jedes Jahr zur Winterszeit verbrachte ich mal wieder eine Shopping- und Sightseeing-Woche im Nahen Osten, wo ich mir jedes Mal gerne die berühmten Kamelrennen anschaue. Oder die Pferderennen. Die Tiere sind mir dabei ziemlich egal, denn die wahren Araber-Hengste - und das sage ich aus Erfahrung - sitzen ja oben drauf.

Ich verbrachte jedenfalls jede Nacht in einem anderen Beduinenzelt und nach 1001 märchenhaften Abenden mit Ünal, Enis und wie sie alle heißen, wurde ich endlich als Show-Act in den Palast eines Scheichs gebucht. Doch nach ein wenig Live-Gesang und prickelnder Erotik blieb ich leider mit der drei Meter langen Schleppe meines teuren Schwanenmantels aus den Brustdaunen von über 3000 Schwänen an einer Wasserpfeife hängen, stolperte und stürzte voll ins Büffet - die Eier- und Tomatenflecke bekomme ich nie wieder raus! Zu allem Überfluss hatte ich mir im Orient auch noch einen Stöckel abgebrochen. Das war's dann natürlich erstmal mit Urlaub, die Sicherheitsbestimmungen zum Arbeitsschutz lassen dort echt zu wünschen übrig!

Wüsten sind ja allgemein sehr lebensfeindliche Umgebungen für eine professionelle Drag Queen - man muss nur in einen kleinen Sandsturm geraten und schon ist man schneller wieder abgeschminkt, als man einem aufregenden Mann leidenschaftlich "Travestie" ins Ohr schnurren kann. Genauso der Feinstaub in der Luft, die freien Radikale im Joghurt oder umherfliegende Kuchenkrümel und Sägespäne - eigentlich bin ich den ganzen Tag nur am Putzen. Man kann nicht in einem sterilen Reinraum wohnen, das ist klar, aber Sauberkeit ist schließlich oberstes Gebot, wenn man ständig internationale Gäste empfängt so wie ich! Und da war sie auch schon, meine Putzfrau - es klingelte an der Tür.

Jetzt hieß es wieder feucht durchsaugen - zu dem Thema fallen mir ja gleich wieder die schlüpfrigsten Querverbindungen ein, aber das erspare ich Euch jetzt mal, bevor Ihr das Heft abwischen müsst…

Es klingelte immer noch.

Ich kam also und rutschte aus und brach mir prompt auch noch den zweiten Stöckel ab. Wirklich schade um die teuren Pumps, denn nicht umsonst ist ja orthopädisch erwiesen, dass Stöckelschuhe beim Liebesakt die Durchblutung der Beckenregion fördern und so zu einem besseren Allgemeinbefinden beitragen - als staatlich geprüfte Liebes-Göttin bin ich natürlich kerngesund! Aber wozu befinden sich über 500 weitere Designer-Exemplare in meinem begehbaren Schuhschrank - bis zur nächsten Show muss ich sowieso wieder lange suchen, welches Paar meiner Tagesausstrahlung nahe kommt.

Solange tun's meine 50 €-Badelatschen aus Manhattan - auch ich kann bescheiden sein ...

Eure Miss Chantal

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14 Reich mir deine Hand
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