Na endlich. Der Frühling steht vor der Tür und viele nehmen dies zum Anlass, die in der kalten Jahreszeit eingegangene Beziehung gleich mit vor die Tür zu setzen. Komisch nur, dass eben diese Männer, die leichtfertig und oftmals wegen Kleinigkeiten Beziehungen beenden, diejenigen sind die am lautesten ihrem „Schmerz“ über das Single-Dasein Ausdruck verleihen. Aber was soll’s, bietet sich doch im Netz die Möglichkeit, sofort wieder auf die Suche nach dem nächsten Ex-Freund zu gehen. Denn selten überstehen heute eingegangene Beziehungen auch nur den ersten Krach. Warum sich dann die Mühe machen und Arbeit investieren? Sind die ersten Schmetterlinge verflogen und stellt sich der Alltag ein, geht einem die Neuerungenschaft schnell auf die Nerven.

Wer braucht auch schon in Zeiten von Internet, webfähigen Handys und Facebook einen festen Freund, kann man doch hunderte Leute im Netz seine Freunde nennen. Ich bin überzeugter Single, ich bin Single und glücklich damit sind Aussagen vieler Männer. Aber ehrlich Jungs, glaubt ihr euch das selber? Mir kann niemand erzählen, er sehne sich nicht nach einem echten Partner an seiner Seite der da ist wenn man es leicht hat und der bleibt, wenn dies Mal nicht der Fall ist. Der einen auf seinem Lebensweg begleitet und der sich übermorgen über die Ausrutscher von heute lustig macht. Aber leider, und das ist der Haken bei der Sache, wird man so einen Menschen sicher niemals finden, wenn man nicht bereit ist auch mal Schwierigkeiten auszuhalten. Oftmals ist es doch so, dass der abgeschaffte Partner der letzte ist, der erfährt, was seinen Freund an ihm stört, hat doch jeder noch so lose Bekannte schon Wochen und Tage vor dem Beziehungsaus in Chaträumen, E- Mails und SMS den Frust des Partners zu erfahren bekommen. Verdammte Feigheit. Wäre es nicht fair, offen über Störendes zu reden und gemeinsam daran zu arbeiten? Irgendwas hatte der Andere doch, das man es ihm erlaubte, Teil des eigenen Lebens zu werden und dann wirft mancher alles weg wegen mangelnder Kommunikationsbereitschaft. Glücklich schätzen kann sich heute der, dem das Ende einer Beziehung offen ins Gesicht gesagt wird, ist doch für viele der Weg per Mail oder SMS der deutlich leichtere. Mir kommen viele Männer wie die Grille aus dem Gedicht „Die Grille und die Ameise“ vor. Sie verbringen ihr ganzes Leben damit von einer Kurzzeitbeziehung in die nächste zu stolpern um am Ende gefrustet und komplett beziehungsunfähig allein da zu stehen. Und alles nur weil ihnen der Mut fehlte auch mal Unbequemlichkeiten zu ertragen. Ich sehe jetzt schon eine Generation von alten, miesepetrigen Schwuchteln auf uns zu kommen, weil niemand mehr bereit sein will auf andere zuzugehen, sich wirklich auf andere einzulassen. Da dies ja bedeuten würde nicht sich für das Zentrum der Welt zu halten, sondern auch Anderen einen Platz einzuräumen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und all jenen, die ihre Mitmenschen allmonatlich mit der Bekanntgabe einer neuen Beziehung verblüffen sagen, dreimal hintereinander dieselbe Party zu besuchen ist keine Beziehung! Aber all das muss euch jetzt nicht interessieren. In den nächsten, warmen Monaten, werdet ihr euer Lied zirpend vom Badesee in den Park wechseln und euren Spaß haben. Erst im Oktober wenn es kalt und ungemütlich ist, werdet ihr die Tatsache noch immer, oder schon wieder allein da zu stehen, zum Kotzen finden um daraus für die Zukunft doch nichts zu lernen. Und das Jahr ein Jahr aus und eh ihr euch verseht seid ihr alt und habt euer Leben mit unerfülltem Rumgevögeln vergeudet und ganz sicher den ein oder andern, der es wert gewesen wäre, dass man für ihn an sich gearbeitet hätte, ziehen lassen. Lebt eure Leben, nutzt die Möglichkeiten, die sich uns Homos bieten, ob in der echten Welt oder im Netz, habt euren Spaß, denn Spaß ist heute das wichtigste. Aber kommt nicht in Jahren angeheult wenn ihr bemerkt, dass es angebracht gewesen wäre auch mal irgendwas ernst zu nehmen.

Machts gut
Euer Manni

Mannis Welt: Frühling