Angekommen aus Hanoi dauerte die Fahrt vom Flughafen Danang nach Hoi An nur 30 Minuten und führte direkt über die Küstenstraße am China Beach entlang. Wir waren froh nach 3 Tagen Hauptstadt, Trubel und vielen Eindrücken ein wenig Kleinstadt, Natur und vor allen Dingen Strand genießen zu können. Es sollte der erholsame Teil unseres Urlaubes werden. Daher haben wir es wirklich entspannt angehen lassen. Viel Schlendern, Eindrücke aufnehmen und entspannen. Ein traumhafter Platz, denn Massen an Touristen findet man am weitläufigen Strand eher nicht. Zwar ist Hoi An kein Geheimtipp mehr, aber abseits der kleinen Altstadt findet man auf den angrenzenden Inseln noch das typische vietnamesische Leben, ohne Tourismus.

Bei einem ausgiebigen Streifzug durch die Stadt und die angrenzenden kleinen Inseln haben wir uns erst einmal einen Eindruck verschafft. Sind in aller Ruhe durch die kleinen Gassen gebummelt, haben die Japanische Brücke angeschaut und das Marktreiben beobachtet. Nach unserem Strandtag erkundeten wir die alte Tempelanlage von My Son. Sie wurde im Vietnamkrieg stark beschädigt, sodass deren alte Pracht an vielen Stellen nur noch erahnbar ist. Den Ausflug haben wir in einer der vielen kleinen Reiseagenturen gebucht, welche unter anderem in Restaurants untergebracht werden. So kamen wir beim Essen mit dem Wirt ins Gespräch und im Handumdrehen hat man einen acht Dollar Ausflug gebucht. Ein Bus holte uns am nächsten Morgen direkt am Hotel ab. Je nach Lage des eigenen Hotels, kommt Ihr in den Genuss einer kleinen Stadtrundfahrt, denn es werden viele weitere Hotels angefahren, eh sich die komplette Reisegruppe auf den Weg macht. Mit einem Reiseleiter geht es dann durch die Anlage. Bei einsetzendem Regenguss sind schnell Regenmäntel in großer Stückzahl vorhanden und der Reisende entscheidet sich entweder mit der Gruppe, oder individuell durch die Anlage zu laufen. Wichtig war, zur rechten Zeit wieder am Bus zu sein. Ein Erlebnis der besonderen Art war das Lampignonfest. Die ganze Stadt ist dann mit diesen typischen vietnamesischen Lampenschirmen geschmückt, überall spielt Musik und die Straßen sind voller Menschen, die einfach nur die tolle Atmosphäre genießen. Bereits während der Fahrt vom Flughafen weckten die Marmorberge mein Interesse, sodass wir auch am kommenden Tag ein Ziel vor Augen hatten. Da wir nicht den ganzen Tag am Strand verbringend wollten, liehen wir uns Räder und fuhren damit kreuz und quer durch die Reisfelder, um dann direkten Kurs auf die Marmorberge zu nehmen. Dort angekommen, wurden wir von einer Vietnamesin auf einem Motorroller angesprochen, dass wir doch die Räder in Ihrem Geschäft abstellen könnten, in aller Ruhe die Berge besichtigen sollten und auf dem Rückweg noch einen Blick in Ihren Laden werfen könnten. Die Gegend um die Marmorberge ist voller Werkstätten, die Allerlei schöne Dinge aus Marmor herstellen. Vom kleinen Buddha für die Kette um den Hals bis zum großen Buddha der im heimischen Garten für viel Aufsehen sorgen würde, ist alles dabei. Ein wenig blauäugig haben wir das Angebot angenommen und haben die Berge in aller Ruhe mit ihrem vielen kleinen Tempeln besichtigt und uns auf dem Rückweg brav in Ihren Shop umgeschaut. Ich dachte ich komme mit der Ausrede, dass ch kein Geld dabei hätte, um einen Kauf drum rum. „ Kreditkarte, no problem“. Siegessicher zog ich meine Sparkassen Maestro Card aus der Tasche und zuckte mit den Schultern, aber auch dafür hatte die Lady eine Lösung. So schnell konnte ich gar nicht reagieren wie wir einen Helm auf dem Kopf hatten und sie uns zum nächsten Geldautomaten brachte. So ist Sie zu ihrem Geschäft gekommen und wir haben zwei kleine Buddha als Erinnerung an Vietnam von dieser Tour mitgebracht. Oder sollte man doch sagen, es war wohl der teuerste Fahrradabstellplatz aller Zeiten? Egal, wir hatten unseren Spaß und an diesem Tag auch sehr viel für unsere Kondition getan und das bei 30 Grad celsius. Den letzten Tag in Hoi An verbrachten wir am Strand und ich konnte es kaum glauben. Meine Strandverkäuferin, mit ihr hatte ich mich vor zwei Tagen verabredet, war pünktlich zur Stelle mit einem vollen Korb und hielt sich so lange im Hintergrund, bis die anderen Strandverkäuferinnen auf ausreichend Abstand waren, um uns dann ihre vielen schönen Sachen zu zeigen. Benötigt haben wir auch noch eine Fahrkarte nach Hue. Die alte Hauptstadt Hue war die nächste Station unserer Reise. Davon und von der Zugfahrt dorthin berichte ich im nächsten Heft.

Reisebericht: Vietnam - Teil 2