Das Fazit vorweg: Magdeburgs Szene ist klein aber fein.
Magdeburg als Landeshauptstadt von Sachsen- Anhalt hat mit dem Groundwork Café und dem Club Boys‘n‘Beats zwar nur zwei Locations für die Schwule Szene zu bieten, aber dennoch kann man in der Stadt ein schönes und unterhaltsames Wochenende verbringen. Gegenpol hat sich in der Stadt umgeschaut. Begonnen hat das Wochenende am Freitag bei Sven, dem Geschäftsführer der Aids Hilfe Sachsen- Anhalt Nord e.V., der gleichzeitig auch Landesgeschäftsführer des Landesverbandes der AIDS-Hilfen ist. Er kann stolz sein auf das, was er mit seinem Team geschaffen hat.

Die Räumlichkeiten liegen idealerweise nicht weit vom Cruising-Bereich und sind somit besonders an warmen Tagen gefragt. Glücklicherweise konnte die AIDS Hilfe Sachsen- Anhalt Nord, trotz des kleinsten Budgets im Bundesvergleich, ein warmes Ambiente mit zahlreichen Beratungsräumen schaff en. Dadurch kann das Beratungsteam garantieren, dass eine Überschneidung der Klienten ausgeschlossen ist. Stolz zeigte uns Sven die Räume aus Sicht der Klienten, vom neutralen Eingang bis zu dem Raum, in welchem Filmabende oder der monatliche Brunch stattfi ndet. Besonders gefragt vor allem bei den Lebenshilfen ist das Projekt „TALK and KISS“ bei dem Körper- und Geistigbehinderte Menschen lernen mit dem Thema Sexualität und deren „Gefahren“ umzugehen. Dieses Projekt werden wir in der nächsten Ausgabe besonders beleuchten. Anschließend ging es zu einem Treff en des CSD Magdeburg e.V.. Es handelte sich dabei um die Redaktionssitzung zum Programmheft. Dadurch bekamen wir schon jetzt einen Einblick in die Arbeit und das diesjährige Programm des CSD. Der Verein gründete sich erst Ende letzten Jahres, nachdem der bisherige Veranstalter, der LSVD Sachsen- Anhalt, ankündigte die Organisation einzustellen. Der LSVD ist dennoch, neben dem Chef vom Groundwork Café und einigen anderen Vertretern der Comunity, im Vorstand vertreten und somit direkt an der Organisation beteiligt. Die Arbeit wird nun jedoch auf mehreren Schultern verteilt und Aufgaben werden delegiert. Der CSD Magdeburg e.V. ist das jüngste Mitglied in der CSD Nord Kooperation und kann sich nun der Unterstützung anderer Mitglieder, wie Rostock, Hamburg oder Schwerin, gewiss sein. Das Programm ist in diesem Jahr auf jeden Fall abwechslungsreich und interessant. Damit kann das Team selbstbewusst nach außen auftreten und für seine Forderungen kämpfen. Nach der Redaktionssitzung besuchten wir das Groundwork Café und das Boys‘n‘Beats und tauchten so direkt in das Magdeburger Nachtleben ein. Was im Café sofort auffi el war die off ene Stimmung. Es saß kein Gast alleine da und eine Gruppe bezog uns sofort in ihre Unterhaltung mit ein. Das Preis- Leistungsverhältnis war sehr gut. Die Gäste empfahlen uns Mittwoch dem Café einen Besuch abzustatten, denn da ist der Nudeltag. Bedauerlicherweise ist Mittwoch auch der einzige Tag, an welchem es Speisen gibt, obwohl das Café über eine Kuche verfügt. Gegen 0 Uhr wartete das Boys‘n‘Beats auf uns. Dort angekommen trafen wir nicht nur, wie der Name vermuten lässt, Boys und Männer, sondern auch eine Reihe von Lesben und Heterosexuellen. Der DJ schaff te es jeden Geschmack zu bedienen. Von Pop bis Electro, von 80er bis heute, von schnell bis langsam war alles dabei und animierte zum Tanzen. Die ganze Nacht gab es Cocktails für kleines Geld und ein Sexy Kellner in Hotpants und Achselshirt sorgte für ein glänzen in den Augen der Besucher. Hier konnte man super bis in die frühen Morgenstunden tanzen. Der Samstag lud bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen zu einer Sightseeingtour ein. Kulturell und historisch hat Magdeburg tagsüber und sogar abends einiges zu bieten. Mit dem Magdeburger Dom, Zoo und dem Hundertwasser Haus sowie Museen und einem Theater bietet die Landeshauptstadt für jeden Besucher, von jung bis alt, etwas an. |sgr

Magdeburger Szene im Fokus - Zwischen Halbkugeln und Party